Aus dem Innenleben eines Staubsaugerbeutels

Aus dem Innenleben eines Staubsaugerbeutels

Staub ist überall. In den Ritzen der Computertastatur, auf den Blättern deiner Yucca-Palme, im Gewebe deines schicksten Fummels. Egal wie und wie oft wir Staub entfernen, er kommt immer wieder zurück. Als Begleiter alles Lebendigen erinnert er uns an die Zukunft: den Tod. Oder besser: das Weiterleben in anderer Form. Eine Vision, in welcher der Rest meines Körpers sich mit dem Rest einer Tischkante und eines Sockens vereint. Unterm Mikroskop in ihrer Vielfalt zu erkennen, schweben Stäubchen durch die Luft wie Sterne durch das All, bis sie schließlich auf Oberflächen niedersinken, fast schwerelose Gewirke, Wollmäuse, Mutzen. Später finden wir im Innern des Staubsaugerbeutels: das schmutzige, graue und kleinteilige Archiv unseres Alltagslebens. Aus wem und was besteht es? Werden große Gefühle am Ende auch zu Staub? Wie lässt sich der Verfall zurückverfolgen? Wer ist dafür zuständig? Ja genau, wer putzt eigentlich dieses Theater und was hat das Ganze mit der Operette zu tun?

In elektromagnetischen Operettenkostümen präsentiert äöü im großen Staubsaugerbeutel des Fabrikats „Black Box“ ein Stück Theaterentwicklung über die ganz großen Fragen nach Form und Inhalt, Leben und Tod, Lohnarbeit und Geschlecht, Magie und Ingenieurswesen, Theatertheater und Performancetheater.

Konzept & Performance: äöü (Patricia Bechtold / Johannes Karl)

Bühne & Kostüm & Performance: Eunsung Yang

Spezialeffekte & Performance: Carlos Franke

Dramaturgie: Franziska Schneeberger

Mentorat: Frauke Meyer

Fotos: äöü, Franziska Schneeberger, Eunsung Yang


Eine Produktion von äöü (Patricia Bechtold / Johannes Karl) in Koproduktion mit dem FFT Düsseldorf im Auftrag von „west off – Theaternetzwerk Rheinland“. Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und die Kulturämter der Städte Bonn, Köln, Düsseldorf, sowie die Hessische Theaterakademie, das Institut für Angewandte Theaterwissenschaft Gießen und das Kulturamt der Stadt Gießen.


west-off.de

Presse:

»Die Ambivalenz von Chaos und Ästhetik wechselst sich damit wunderbar ab: Der Kampf gegen den Staub und gleichermaßen die Schönheit, die er hinterlassen kann. […] »Aus dem Innenleben eines Staubsaugerbeutels« […] beeindruckt mit künstlerischer Abstraktion und feinfühliger Poesie bis zum Abstrusen.«
(Bonner Rundschau, 29. Oktober 2019)